..... es hat begonnen !!

Wie war das damals mit der Vernunft beim alten RS2000? Richtig Vernunft ist was für Andere und etwas womit man solche Autos und die Leidenschaft dafür niemandem erklären kann. Wer einmal das Grollen und Blubbern eines dieser V8 Monster gehört und gefühlt hat, den lässt es nicht mehr los. Ganz schlimm wird es dann wenn man den größten aller Fehler macht und sich auf mehreren US Car oder Mustang Treffen tummelt. Man sagt sogar manch einer wäre danach so infiziert, dass er auf der Heimfahrt in der 1.8er 4 Zylinder Schleuder das Fenster aufreißt, den Kopf raus streckt und brüllend einen V8 Motor simuliert.
Bei mir stand nach dem letzten Mustang Treffen der Wille noch stärker fest als all die Jahre zuvor. Irgendwann will ich einen Mustang fahren. Baujahr 65 - 69, Hardtop oder Fastback, 302er - 428er. Aber Blicke in die einschlägigen Magazine und Verkaufsanzeigen sowie der Abgleich mit meiner Finanzministerin ergaben: ... Projekt nicht durchführbar.  Hmmmmm. Wer mich kennt weiß, dass ich so schnell nicht aufgebe. Projekt Mustang verschieben wir mal auf bessere Zeiten.
Aber Ford hat den V8 ja auch in andere Autos gebaut. Also mal suchen. Auf ebay entdeckte ich einen 84er F-150. Der Preis war ok. Einen gewissen Nutzen beim wegbringen der Gartenabfälle hat so eine große Ladefläche ja auch. Und dann ist da ja noch die Ersparnis des sonst dafür anzuschaffenden Anhängers samt AHK. Diesen blitzscharfen Argumenten konnte sich auch das Finanzministerium nicht verschließen. Gesagt getan. Auto gekauft, sämtliche Macken, Dellen, Rostlöcher und Defekte ignoriert und ein Jahr glücklich durch die Gegend gefahren.

 

Aber dann ... das gleiche Elend wie beim eingangs erwähnten RS2000....

Eigentlich sollte es ja nur irgendwann mal ein V8 sein ...

Eigentlich war es totaler Blödsinn diesen 20 Jahre alten Pickup zu kaufen ...

Eigentlich sollte er nur ein bisschen neu lackiert werden ...

Eigentlich sollte ich doch irgendwann mal vernünftiger werden und es besser wissen :-)

Aber jetzt gehts los. wenn schon denn schon:

  • Komplettresto Frame Off

  • 4" Fahrwerkslift

  • 3" Bodylift

  • neue Farbe

  • Innenraum restaurieren

  • Elektrik neu

  • Chrom neu

  • back on the road 2004

so war die Planung . . .  und nun zur Realität

Tagebuch

Herbst 2003

... das zerlegen beginnt  
das zerlegen beginnt

 

der Rahmen sieht auf den ersten Blick noch halbwegs ok aus, die Tanks ebenso.

beim Anblick dieser Frontmaske wurde mir zum ersten mal bewusst, was da auf mich zukommen wird.

Klima funktioniert eh nicht mehr also fliegt sie gleich komplett raus. das schafft gleich ein bisschen mehr Platz und der Kühler bekommt auch mehr Luft. Vielleicht hilft das auch die Temperaturprobleme in den Griff zu bekommen.  
  wenigstens ist er trocken zumindest halbwegs.  Aber rostig
das sieht nicht wirklich gut aus :-( und noch mehr Rost Rost unten
Rost oben Rost vorne Rost hinten
Rost von innen Rost von aussen ein bisschen weniger Rost, weil jetzt Loch

Tja und so stand er jetzt über ein Jahr ohne das sich viel getan hat. Beruflich war ich ein Jahr lang fast nicht in der Heimat und die Wochenenden gehörten dann meinem Junior. In dieser Zeit wurden nach und nach Teile aus den USA eingeflogen und immer wieder nach raren Ersatzteilen gesucht. Bodylift und  Rücklichter sind da.

Winter 2004 / 2005

... jetzt gehts wirklich los  

die Heimat hat mich seit dem Sommer wieder :-) Unser Alltags Auto ist auch fertig, die meisten Teile sind angekommen und eingelagert. Hab endlich die fehlenden Chrom Teile auftreiben können (Grill, Headlight Bezels).

Januar 2005    

Das entrosten des Rahmens hat begonnen. Der von irgendeinem Vorgänger abgerissene Schmiernippel an der Vorderachse ist ersetzt und die Achse abgeschmiert. Die komplette Frontmaske ist vom Sandstrahlen und Lackieren zurück (Danke Oli). Stefan hat die Windschutzscheibe raus geschnitten und sie ist wider allen Befürchtungen sogar heil geblieben. Ist halt doch nicht schlecht wenn man da jemanden ranlässt der weiss was er tut. Die MAC Equal Length Headers sind auch angekommen und scheinen auf den ersten Blick zu passen (und noch ein paar Pferdchen mehr). Der Dress Up Kit im Motorraum ist verbaut.

Februar  2005

   

Die ersten Rahmenteile und der hintere Tank sind entrostet und mit Hammerit lackiert. Die Verlängerung für den neuen Edelbrock Luftfilter ist auch angepasst. Zusätzlich zum 3" Bodylift ist jetzt noch  ein 4" Fahrwerkslift aus den Staaten unterwegs. Alle Teile für den Innenraum sind bestellt (Gurte, Sitze, Teppiche...). Ich hab mich jetzt für verschiedene Grautöne entschieden und werde das blau komplett verbannen. Demnächst geht's mit dem einschweißen der Reparaturbleche und dem verzinnen los.

Wo einst ein Loch war sieht's jetzt wieder aus wie neu schweißen, schleifen, verzinnen Oli in seinem Element.
Kotflügel nach dem Sandstrahlen grundiert und lackiert

März  2005

   

Der Bodylift und ein Großteil der PU Buchsen ist verbaut. Alles was an Gummilagern einmal war ist rausgeflogen und gegen HD Buchsen und Lager getauscht. Diese Arbeit kommt auf meine "mach ich nie wieder Liste". 20 Jahre lang verpresste Hülsen die lange Zeit hatten fest zu gammeln lassen sich sehr widerwillig voneinander trennen. Der Truck ist jetzt 3 Zoll höher, aber irgendwie sieht das nach viel mehr aus. Und da liegt ja noch das 4 Zoll Fahrwerk. Au weiah :-). Im Katalog sah das nicht so hoch aus.

Um die Fächerkrümmer einzubauen braucht man entweder eine Engelsgeduld oder Kinderhände. Die Kupferdichtungen passen allerdings absolut genial und so wird wohl hoffentlich auch alles dicht sein. Dummerweise passen die Zündkabel mit den geraden Steckern jetzt nicht mehr. Die liegen nämlich voll auf den Krümmern auf und da wird es denen bestimmt zu warm werden. Hab mir also neue 9mm Ford Racing Kabel mit abgewinkelten Steckern bestellt.

Bodylift (schwarz) und neue PU Body Buchsen (rot)   Steve beim Einbau der PU Buchsen

Das Fahrwerk ist jetzt auch drin und siehe da fast alle Schrauben gingen ohne Probleme auf.  Die Vorderachse hat fast einen ganzen Tag gedauert, hinten dagegen ging ´s in zwei Stunden. Bei der Gelegenheit haben wir gleich noch verlängerte Stahlflex Bremsleitungen vorne und hinten verbaut. Nachdem der Pickup wieder auf eigenen Beinen steht der Schock: Ich komm nicht mehr rein :-) Der ist jetzt so was von hoch das wir eine Trittstufe anbauen müssen. Die von den Amis angedachte Konstruktion erweist sich jedoch als absolut unbrauchbar. Bei der kleinsten Last auf der Stufe verdreht sich der komplette Schweller. Also grübeln und messen und noch mehr grübeln. Nach 6 weiteren 10er Löchern und 2m Kantstahl ist eine Versteifung angefertigt und verbaut die ihresgleichen sucht. Jetzt hält alles so wie es soll.

Das Rough Country 4 Zoll Fahrwerk und die Stahlflex Bremsleitung an der Vorderachse Ein erster Eindruck von der neuen Höhe sehr sehr hoch :-), und das noch mit den "kleinen" 31er Rädern

April  2005

So langsam bricht Hektik aus. Ich hab leichtsinnigerweise den PickUp zum 1. Dr-Mustang US Car Treffen in Bad Staffelstein angemeldet. Termin 24.04.2005

Der Zusammenbau für den Lackierer beginnt am 9. April geht´s zum Lackierer Oli dichtet die Kabine nach dem grundieren ab
kurz bevor es in die Kabine geht danach beginnt die Arbeit an der Ladefläche die ersten Teile sind zurück
und werden gleich soweit wie möglich komplettiert am 18.04. kommt der Pickup zurück, aber der Innenraum ist noch komplett leer und die Ladefläche noch nicht mal grundiert. Die Ladefläche wird mit dem Pickup auf eigener Achse am 22.04. um 20:30 abgeholt und montiert. Jetzt beginnt der letzte Kraftakt.

Samstag morgens um 04:00 Uhr ist es vollbracht. Mike und ich kucken nur noch aus brennenden Sehschlitzen auf ein ferrarirotes 2 Tonnen Ungetüm. Irgendwie können wir es nicht fassen. Aber wir sind tatsächlich fertig geworden. Jetzt noch ein paar Stunden ins Bett und dann auf nach Bad Staffelstein.

dort angekommen wurde gleich noch der Edelbrock Vergaser richtig eingestellt. In der Woche drauf bekommt der Dicke seine 35er Räder und . . .  . .  nach einer Vollabnahme den ersehnten TÜV Segen.

mehr Bilder gibt´s in der Rubrik Autos. Von meiner Seite kann ich jetzt nur noch mal ein dickes dickes Danke an alle sagen, die mir bei diesem Projekt wieder mal zu Seite gestanden haben. Besonders an alle die, die Tage und Nächtelang in der Werkstatt waren.